Ich habe drei Bücher von Markus Markusen, „Nietzsche und die Macht“, „Nietzsche und Gott“ und „Nietzsche und der Übermensch“ gelesen. Ich habe zusätzlich das Buch „Friedrich Nietzsche – Die ewige Wiederkehr des Leidens“ von Reinhard Knodt gelesen. Zur Zeit lese ich das Buch „Die Bedeutung des Leidens für den Menschen“ von Veit Thomas über Nietzsche und das Leiden. Nietzsche sieht in dem Willen zur Macht nicht den Willen zum Herrschen, sondern den Willen zur Gestaltung und zur Selbstüberwindung. Seine Schwester hat sich den Nazis angebiedert und das Buch „Der Wille zur Macht“ aus dem Nachlass von Nietzsche herausgegeben. Sie hat Zitate verdreht und den Willen Zur Macht so interpretiert, als gehe es um Herrschaft der Starken und Unterwerfung der Schwachen. Dazu beigetragen, den Sinn der Botschaft Nietzsche zu verfälschen hat sicherlich auch Nietzsches Wortwahl. In der Forschung ist man sich heute einig, dass Nietzsche kein Nazi war und diese nicht gemocht hätte. Es geht um Gestaltung und Selbstüberwindung. Nietzsche sah die Kunst als Willen zur Macht. Er liebte die Griechische Tragödie. Zur Selbstüberwindung gab Nietzsche keinen detaillierten Plan sondern Hinweise. Es ist die Arbeit am Stil, der Umgang mit dem Leiden und der Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Das Leiden sah Nietzsche als Mittel zu wachsen. Nietzsche beobachtete, dass die Menschen den Glauben an einen Gott verloren hatten. Er sprach: „Gott ist tot! Wir alle haben ihn getötet“ Damit verloren die Menschen auch die Menschen den Glauben an die Hinterwelt, wie Nietzsche das nannte. Den Glauben an ein jenseitiges Paradies oder die jenseitige Hölle. Er rief zur Umwertung aller Werte auf und meinte damit, dass die Menschen sich die Werte selber setzen müssten. Damit würden sie vermeiden in den Nihilismus abzurutschen. Die Menschen schufen sich nach Nietzsche neue Götter in der Nation, den Wissenschaften, der Therapie und dem Markt. Aber das seien falsche Götter. Im dritten Buch geht es um Nietzsche und den Übermenschen. Der Begriff wurde von den Nazis, Ayn Rand, den Comic Autoren des Supermanns und den Selbstoptimierern verdreht. Mit dem Übermenschen ist keine neue Rasse, kein Unternehmer und auch kein Supermann gemeint. Der Übermensch ist kein genaues Zielbild, sondern nur eine Richtung. Der Übermensch setzt sich selbst Werte. Er überwindet sich selbst. Der Übermensch kann laut Nietzsche an einer Kleinigkeit zu Grunde gehen. Man kann auch dem Weg zum Übermenschen auch scheitern. Das Leiden spielt eine zentrale Rolle in Nietzsches Denken. Er hat eine Pathosophie ausgearbeitet. Man sollte trotz allem Leiden Ja zum Leben sagen. Der Prüfstein ist die ewige Wiederkehr des Gleichen. Kann man sich vorstellen, sein Leben immer wieder zu durchleben? Wenn nicht, sollte man sein Leben ändern.
Archive for the ‘Atheismus’ Category
Drei Bücher von Nietzsche
Sonntag, Juni 28th, 2026Buch „Die Zerrissenheit“ von Holger Vanicek
Mittwoch, März 29th, 2023Ich lese gerade das Buch „Die Zerrissenheit – Albert Camus‘ Tanz unter dem Schwert“ von Holger Vanicek. Es geht um Albert Camus und seine Zerrissenheit und das Absurde.
Buch „Gretchenfragen an den Naturalisten“
Samstag, Februar 25th, 2023Ich habe angefangen das Buch „Gretchenfragen an den Naturalisten“ von Gerhard Vollmer aus der Schriftenreihe der Giordano Bruno Stiftung zu lesen.
Interessanter Beitrag von Thomas Metzinger zu Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit
Mittwoch, Mai 3rd, 2017Im Internet gibt es einen interessanten Beitrag von Thomas Metzinger zu Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit.
Er ist hier abrufbar: http://www.blogs.uni-mainz.de/fb05philosophie/files/2014/04/TheorPhil_Metzinger_SIR_2013.pdf
Michael Schmidt-Salomon : Jenseits von Gut und Böse
Sonntag, Oktober 4th, 2009Ich habe das Buch von Michael Schmidt-Salomon : Jenseits von Gut und Böse gelesen. Mir fällt dazu der Spruch von Johan Galtung ein: Es gibt keine Bösen Menschen, es gibt nur Böse Ideen. Eine Böse Idee ist es, dass es Böse Menschen gibt. Ich bin echt geleassener geworden, weil Schmidt-Salomon erklärt, dass es keinen freien Willen geben kann. Man hat zwar Handlungsfreiheit aber keine Willensfreiheit. Diese Erkenntnis gibt es schon seit Schopenhauer und Nietzsche. Sie wird heute durch die moderne Hirnforschung bestätigt. Zudem ist die Unterscheidung von Gut und Böse eine Moralische Sache, keine ethische. In der Wissenschaft unterscheidet man auch nicht mehr nach Gut und Böse. Um ethisch zu handeln ist eine Unterscheidung von Gut und Böse auch nicht notwendig. Man hatte die Schuldfrage schon in der Weimarer Republik aus dem Strafrecht gestrichen. Die Nazis führten sie wieder ein und so ist es in der Bundesrepublik geblieben. Obwohl viele Strafrechtler das Strafrecht reformieren wollen.
Kritik der Kritiken
Freitag, Juli 10th, 2009Karl Marx sagte, dass die Religionskritik die Kritik der Kritiken sei. Man sollte jedoch die Kritik nicht beim Gott ansetzen, sondern auch bei der Göttin. Denn an die Göttin wurde zuerst geglaubt. Man hatte sich einiges von der Natur abgeschaut. Weil man nicht wußte, dass der Mann bei der Zeugung eine Rolle spielte, gebären auch die ersten Göttinnen das Weltei oder das Universum. Man glaubte an die Wiedergeburt, weil man die zyklischen Naturvorgänge beobachtet hatte. Man bestattete die Menschen in Embyonalstellung und mit rotem Ocker bestreut, weil man glaubte, dass sie durch die Erde wiedergeboren wurden. Aber wie man weiß, hat das Universum einen Anfang und ein Ende. Auch die Erde wird nicht ewig bestehen. Es kann also keine Wiedergeburt geben. Denn die Menschheit wird nicht ewig bestehen und ist auch erst vor relativ kurzer Zeit entstanden.